In der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates stand ein wegweisendes Tourismusprojekt auf der Agenda: der „Panorama-Höhenradweg“. Die ambitionierte, rund 350 Kilometer lange Strecke soll künftig Saarburg mit Koblenz verbinden und dabei die Höhenlagen von Mosel und Saar touristisch erschließen. Während die FWG-Fraktion das Grundkonzept grundsätzlich begrüßt, sieht sie in der aktuellen Detailplanung für die Ortsgemeinde Kobern-Gondorf noch zu viele ungelöste Fragen.
Tourismus als Chance – Sicherheit als Bedingung „Wir erkennen den Wert des Tourismus für unsere Region voll an“, betont die FWG. Das Projekt biete große Chancen, neue Zielgruppen wie E-Bike-Touristen anzusprechen und die regionale Wertschöpfung zu steigern. Dennoch könne man der vorliegenden Planung in ihrer jetzigen Form nicht zustimmen. Hauptkritikpunkt der Fraktion ist die Streckenführung innerhalb der Ortslage.
Besonderes Augenmerk legt die FWG auf die Römerstraße: Im historischen Ortskern ist der Raum für ein sicheres Miteinander von Autos und Fahrrädern bereits heute sehr begrenzt. Zudem birgt die enge, schwer einsehbare Kurve im Bereich von Schloss Liebig nach Ansicht der Fraktion erhebliche Sicherheitsrisiken für ortsfremde Radfahrer. Auch die „Slalomführung“ in der Maifeldstraße sowie das hohe Verkehrsaufkommen in der Bahnhofstraße durch Busse und Schwerlastverkehr passen aus Sicht der FWG nicht zum Anspruch eines „Premium-Radwegs“.
Interessen aller Bürger im Blick Ein zentrales Anliegen der FWG ist es, dass ein solches Großprojekt nicht einseitig zulasten der Anwohner oder der lokalen Bewirtschaftung geht. „Ein Projekt dieser Tragweite darf nicht nur die Interessen der Gastronomie und Beherbergungsbetriebe verfolgen. Wir haben das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger im Auge“, so die Fraktion. Insbesondere die geplante Nutzung von Wirtschaftswegen berge Konfliktpotenzial für die tägliche Arbeit der Landwirtschaft und der Winzer vor Ort.
Sorge vor finanziellen Unwägbarkeiten Neben der Sicherheit kritisiert die FWG die mangelnde Transparenz bei den langfristigen Kosten. Während Investitionen für Infrastruktur wie die geplante Ladestationen oder Trinkwasserspender kalkuliert sind, bleibe die Finanzierung der dauerhaften Unterhaltung und Instandhaltung vage. Hier befürchtet die Fraktion eine schleichende Belastung des Gemeindehaushalts in den kommenden Jahren.
Forderung nach besserer Beteiligung Abschließend mahnt die FWG eine transparentere Kommunikation an. Zwischen der ersten Information und der notwendigen Ratsentscheidung lagen lediglich vier Wochen – für ein Projekt mit diesen Auswirkungen ein zu kurzes Zeitfenster. Die FWG regt daher an, Betroffene künftig frühzeitig zu Beteiligten zu machen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die von der gesamten Dorfgemeinschaft getragen werden können.
